Stell dir vor…

…du sitzt wie jeden Abend vor dem Fernseher und freust dich auf den spannenden Krimi. Auf dem Tisch neben dir hast du dir eine Flasche Wasser und ein Glas bereit gestellt, wegen den Kopfschmerzen. Viel trinken soll man, das weißt du von einem Bekannten. Jetzt kann es losgehen.

Kurz nach Beginn des Films wischt du dir die Augen. Ein kleines Flimmern nur. „Vermutlich bin ich übermüdet.“ denkst du, kneifst die Augen zusammen und guckst weiter.

Wie in jedem guten Krimi wird die Leiche zufällig von einem Spaziergänger gefunden. Und 10 Minuten später glaubst du genau zu wissen wer der Mörder ist. Wie bei jedem Krimi.
Plötzlich verwischen die Bilder vor deinem Auge. Unsicher kneifst du die Augen zusammen. Doch auch nach dem öffnen der Augen kannst du nicht klar sehen. Oh mein Gott, was ist denn jetzt los? denkst du dir, und gießt die ein Glas Wasser ein.

Die Bilder vor deinen Augen doppeln sich. Das Gefühl was man sonst nur aus dem Vollrausch kennt überkommt dich ganz plötzlich. Schwindel, Übelkeit… Du übergibst dich auf deinen eigenen Schoß. Fühlst dich auf ein mal völlig erschöpft.

„Auf dem Beistelltisch an der Tür steht das Telefon. Ich muss Hilfe rufen.“

Du ziehst dich also hoch, machst den ersten Schritt in Richtung Telefon, und fällst wie Volltrunken auf den Boden. Dabei reißt du das Telefon vom Tisch. Die Nummer kennst du natürlich – 112. Jeder kennt sie. Du willst also nach dem Telefon greifen, kannst aber nicht. „Was ist das? Ich kann meinen linken Arm nicht bewegen.“
Panisch greifst du mit der rechten Hand das Telefon und wählst… 112…

Schnell meldet sich eine freundliche Stimme am anderen Ende, fragt dich wer du bist. Du sagst deinen Namen. Der Mann kann dich aber nicht verstehen. Du selbst merkst es nicht, aber die Panik und das was der Grund für dein Zustand ist, lässt deine Sprache ziemlich unverständlich werden. Doch durch die professionelle und beruhigende Art bekommt der Mann alle Informationen die er braucht und verspricht dir schnelle Hilfe.

Dann wird es dunkel…

Der Krankenwagen kam dir zu Hilfe. Weil du aber nicht in der Stadt wohnst brauchte er fast 30 Minuten zu dir.

Drei Wochen später wachst du auf. Du siehst Gesichter über dir die sich anscheinend freuen. Aber wer diese Personen sind, weißt du nicht. Und fragen kannst du sie nicht, denn die Worte dir es dir zu denken leicht fällt, kannst du nicht sprechen.

Denn das was du hattest war ein Schlaganfall, die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und weil Anwohner erfolgreich geklagt haben, hatte der Rettungshubschrauber Flugverbot. Ansonsten wäre die Hilfe schneller gekommen, du würdest deine Kinder erkennen und mit ihnen sprechen können…

Hintergrund dieser Geschichte sind die aktuellen Diskussionen in Kassel zum Fluglärm des Christoph 7. Ich denke das das hier niedergeschriebene keine Fiktion, sondern durchaus Alltag ist. Schnelle Hilfe ist wichtig in Deutschland, und wer in der Nähe eines Landeplatzes oder Krankenhauses wohnt, muss damit rechnen das die Kollegen des Rettungsdienstes etwas lauter sind, wenn es schnell gehen muss. Wer Ruhe haben will kann sich ein ruhiges Häuschen auf dem Land suchen. Aber Achtung! Meist sind dann die Anfahrtswege für den Rettungsdienst länger…

 

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